Vortrag zum Thema Lernen 4.0

24.02.2017

Prof. Heiner Böttger berichtete von seinen Forschungen über Wissenserwerb im sog. digitalen Zeitalter.

 

Seit der Industriellen Revolution im 18. Jahrhundert (wenn man hier noch von einem sog. reproduktiven Lernen 1.0 ausgeht) hat zunehmend rasant eine Wissensentwicklung stattgefunden, die mit der Digitalisierung eine weitere Stufe erreicht hat, mit der wir uns vermehrt bereits in der Schule auseinander setzen müssen. Deshalb ist es für uns wichtig zu erkennen, in welcher Weise uns die neuen Wege des Wissenserwerbs in der Schule betreffen und so wollte sich Prof. Böttger der zukünftigen Entwicklung des Lernens aus der Perspektive der Neurowissenschaften, unterfüttert mit Beispielen (v.a. des Sprachenlernens ).

 Da sich Prof. Böttger sehr intensiv mit den Möglichkeiten des  Wissenserwerbs auf der Grundlage von Gehirnforschung auseinander gesetzt hat, verdeutlichte er zunächst die Voraussetzungen des Wissenserwerbs. Heute wird in den Lehrplänen viel von Kompetenzen gesprochen, aber  Kompetenzlernen ist zunächst eng mit dem Erwerb von Wissen als Basis verbunden.   Die Reihenfolge muss lauten: Wissenserwerb - Kompetenzerwerb und dann Performanz (Anwendung der Kompetenzen). Er stellte bei seinen Ausführungen  das erklärende Lehren in der Schule, welches eher das explizite Gedächtnis anspricht, dem Wissenserwerb, der das implizite Gedächtnis anspricht, gegenüber.  Intuitives, empathisches und emotionales Lernen, das im Langzeitgedächtnis wesentlich besser als erklärendes Wissen verhaftet bleibt,  wurde anhand einiger Beispiele sehr deutlich demonstriert (Erfolg der Metro-Werbung "Dumb ways to die").  Die Digitalisierung des Unterrichts ist unbedingt notwendig - Tabletkoffer seien ein guter Weg, aber Lernen 4.0 sei mehr und wenn wir damit Erfolg haben wollen, dann müssen wir die "basics" berücksichtigen.

Weitere entscheidende Faktoren für den Wissenserwerb seien Kontext, Neugier, Relevanz, Feedback, Differenzierung und Individualisierung. Dabei sei noch ein besonderer Faktor beim Wissenserwerb wichtig: der Faktor Zeit. Wir müssen dem Lernen die Zeit geben, die es braucht.

Den Spruch von Anton Bruckner, der unser ABG Leitbild ziert, fand Prof. Böttger sehr treffend:  Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen."

Zum Schluss gab es noch ein Gruppenfoto für die Presse mit Prof. Böttger (3. v.re.) zusammen mit dem Vorsitzenden des Fördervereins, Herrn August Aigner, OStD a.D. Rudolf Reinhardt und StR Sebastian Schnurrenberger.
K. Kobler

 

 

Prädikate

MINT - freundliche Schule
Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
TheoPrax Kommunikationszentrum Straubing
Umweltschule in Europa - Internationale Agenda 21-Schule