Gelegenheiten nutzen: Internationale Sommerakademie 2018

29.06.2018

Vom 21.6. bis zum 28.6.2018 nahm der Schüler Simon Prommersberger (10b) an der 20. Internationalen Sommerakademie in Semmering teil.

Zum ersten Mal in der Schulgeschichte schlug das ABG dieses Jahr einen Schüler für ein Programm der Deutschen Schülerakademie vor. Da ich mich dafür interessierte und die Anforderungen erfüllte, wurde ich erfreulicherweise angenommen und konnte mich für ein Programm dieser oder, so wie ich es schließlich tat, für eine Akademie eines ausländischen Partners entscheiden. Die in Österreich stattfindende Akademie bot wiederum verschiedene Wahlmöglichkeiten für die Themen, denen sich in dieser Woche gewidmet werden sollte. Offeriert wurden Kurse wie Modelle und Simulationen in der Mathematik, Astronomie in Theorie und Praxis, Philosophische Grundfragen und Medizinische Revolutionen durch anatomische, parasitologische und molekularbiologische Erkenntnisse. Meine Wahl fiel allerdings auf den Kurs Propaganda und Gegenpropaganda im Film zwischen 1930 und 1950. Ein geschichtliches Thema, welches für uns Deutsche natürlich besondere Relevanz hat. Kein Wunder also, dass die Mehrheit meiner Kurskollegen nicht aus Österreich kam. Dennoch wurde auch die Rolle unseres Nachbarlandes in dieser Zeit miteingebunden und wir erfuhren viel voneinander, wie mit dieser Historie umgegangen wird. Des Weiteren führten unsere Kursleiter uns und auch sich selbst immer wieder vor Augen, wie gefährlich und schrecklich die Ideologie der NS Zeit war und propagiert wurde. Um alle Hintergründe zu verstehen, setzten wir uns intensiv mit den geschichtlichen Gesichtspunkten auseinander, die wir selbst recherchierten und gegenseitig präsentierten. Wir betrachteten interessante Themen mit Hilfe von Historikern, Psychologen, Philosophen und Kunstgeschichtlern und analysierten verschiedene Arten und Mittel der Beeinflussung. Gemeinsam sahen wir uns Propagandafilme in voller Länge an und mussten danach, obwohl wir alle Hintergründe und Analyseaspekte bearbeitet hatten und kannten, oft erst einmal kräftig durchatmen und daraufhin in Gesprächen das Gesehene verarbeiten. Am Ende waren wir uns einig, dass es sicher gut ist, dass in Deutschland einige Relikte dieser Zeit verboten sind, es aber dennoch eine gegen Vergessen und Verdrängen gerichtete Sensibilisierungskultur geben muss.

Die ganze Akademie drehte sich aber natürlich nicht nur um unsere Kursthemen. Zusätzlich wurden verschiedene interessante Vorträge, wie zum Beispiel: Wir sprechen Wissenschaft. Alte Sprachen und ihre Bedeutung oder Future Perspectives for High Potentials, angeboten und auch an sportlichen Aktivitäten, wie Jiu Jitsu oder Qi Gong, fehlte es nicht.

Besonders wichtig war aber der Austausch mit den anderen Schülern. Durch ähnliche Interessen und Einstellungen entstand ein sehr angenehmes und offenes Klima. Angeregte Diskussionen fanden über die verschiedenen Schulsysteme, die Akademie selber und natürlich über die stattfindende Fußball WM statt.

Mein Fazit also: Eine Woche voller interessanter Herausforderungen und Erlebnisse mit vielen spannenden Persönlichkeiten. Schließlich hallt auch der Rat eines Redners nach: Use opportunities! – Gelegenheit genutzt.

 

Simon Prommersberger, 10b