Eine Chance für Schüler mit Migrationshintergrund

21.10.2018

Die Schüler Gabriel Sledzinski (10f) und Enis Seferi (10f) berichten über ihre Teilnahme an der Vorbilderakademie Süd in Amberg.

Was ist eigentlich die VorbilderAkademie? Die VorbilderAkademie, ein Projekt von Bildung und Begabung, bietet Schülern mit Migrationshintergrund die Möglichkeit, ihre individuellen Bildungswege zu entdecken.

Ein wesentlicher Teil der Akademie waren Vorbilder. Uns wurden Vorbilder vorgestellt, mit denen wir uns über verschiedene Themen persönlich unterhalten konnten und jeder hatte die Gelegenheit, sein Vorbild vorzustellen. Bei vielen waren dies Eltern oder Geschwister, die sie schon das ganze Leben lang begleiten, aber auch Prominente und Lehrer fehlten bei der Reihe der Vorbilder nicht.

Wir konnten neue Freunde finden, die wir schnell in unser Herz schlossen und mit denen wir eine schöne Zeit verbrachten. Die kulturellen Unterschiede spielten dabei keine Rolle und es wurde jeder als Mensch angesehen. Es wurde gelacht, geweint, gesungen und auch geliebt.

Jeder Tag begann mit einem leckeren Frühstück, darauf folgte das gemeinsame Plenum bei dem der Tagesablauf, der sich nur im Mittags- und Abendprogramm wesentlich unterschied, erklärt wurde. Um 9.00 Uhr bewegten sich alle Teilnehmer in ihre Kurse. Zur Auswahl standen die Bereiche Kulturwissenschaften, Biochemie, Verhaltensökonomie, und Wirtschaftswissenschaft – wir entschieden uns für Biochemie. In diesem Kurs erfuhren wir eine Menge über unsere Ernährung und dem chemischen Aufbau von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. Nebenbei bereiteten wir ein Theaterstück über den Verdauungstrakt vor, das wir bei unserer Abschlusspräsentation vorführten.

Nach drei Stunden interessant gestaltetem Unterricht hatten wir uns unser Mittagessen verdient. Erwähnenswert ist, dass unser Essen wiederverwertet wurde, damit nichts weggeschmissen wird. Den Nachmittag konnten wir selbst gestalten indem wir an Workshops teilnahmen, welche anboten oder mit Freunden in die Stadt gingen. Die Angebote reichten von Selbstfindung über Zeichnen bis zu Sportarten wie Parcours oder Kampfsport. Nach dem Abendessen fing das Abendprogramm an, das jeden Tag anders gestaltet war. Die interessantesten davon waren die Vorbilderolympiade (Sportveranstaltung), der Kulturabend, bei dem jeder seine Kultur in Form von Präsentationen und Nationalgerichten vorstellte, und die Abschlussparty, die auch als Geburtstagsparty für Enis diente. Der letzte Tag war ein emotionaler Höhepunkt für alle Beteiligten. Nach den Abschlusspräsentationen aller Gruppen wurde beim gemeinsamen Essen ein letztes Mal geredet und gelacht, bevor wir uns schweren Herzens verabschiedeten und alle sich auf den Weg nach Hause machten.

Die Akademie war eine positive Erfahrung. Es ist eine gute Möglichkeit, seine Stärken zu fördern, Menschen kennenzulernen und seine Zeit in etwas Wertvolles zu investieren. Wir haben viel Neues dazugelernt und halten immer noch Kontakt zu unseren neuen Freunden.

Gabriel Sledzinski (10f), Enis Seferi (10f)

Prädikate

MINT - freundliche Schule
Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage
TheoPrax Kommunikationszentrum Straubing
Umweltschule in Europa - Internationale Agenda 21-Schule