„Sternen – Klänge“ - die Faszination neuer Musik

29.09.2019

Ungewohnte Töne erfüllten das farbig beleuchtete, romanische Gewölbe der historischen Peterskirche in Straubing.

Im ganzen Raum verteilt standen und saßen Musiker, die unterschiedlichste Einzelklänge auf die Reise durch den Raum schickten - das entstehende, immer wieder völlig anders und manchmal überraschend harmonisch wirkende Gewebe beruhte auf der Vorlage "Atlas eclipticalis" des amerikanischen Komponisten John Cage (1962), der - höchst originell - Sternenkarten auf Notenpapier übertrug. Die Musiker können aus den jeweiligen zur Auswahl stehenden Tönen intuitiv auswählen - derartige "Kompositionen" mit hohem Improvisationsanteil kennzeichnete Theodor W. Adorno als "Werke, die keine Werke mehr sind".

Im Rahmen des "Bluval-Festivals" fand in St. Peter ein Konzert mit dem Titel "Neue Klänge in der Schule" statt, dem eine intensive Probenphase von fortgeschrittenen Schülern des Anton-Bruckner-Gymnasiums mit dem Münchner Komponisten und Dirigenten Peter Tilling vorausging. Dessen kompetente und motivierende Art, das Mitwirken des professionellen Ensembles "risonanze erranti" sowie der Kontakt mit aktueller E-Musik bewirkte für alle beteiligten Musiker ein höchst fruchtbares und inspirierendes Erlebnis mit bleibender Wirkung.

Auf das eröffnende Stück "beschwingt" von Birke Bertelsmeier (2018) mit Streicher-Cantus-firmus und höchst lebendigen Bläsersoli folgte eine "komplementäre" Komposition für die übrige Besetzung (inklusive Akkordeon, Harfen und Klavieren), die - als Uraufführung - genau auf Bertelsmeiers Stück abgestimmt war: "Schatten-Stück" von Peter Tilling (2019). Anschließend erklangen dann diese beiden Werke - quasi als "Quodlibet" - gemeinsam.

"Tristia" (2018/19) - ein Streicherstück des anwesenden Komponisten Johannes Motschmann (ebenfalls als Uraufführung) erinnert in aktueller Klangsprache an die radikale Melancholie mancher Stellen bei Mahler. Auch der Brasilianer Igor Maia und der Hamburger Benjamin Scheuer waren bei den Uraufführungen ihrer Werke zugegen: "So is my last breath" (Maia, 2019) ist hochvirtuos und gleichzeitig inspiriert von musikalischen Gebräuchen der Amazonas-Ureinwohner; "Scherben" (Scheuer, 2017/18) überrascht mit ungewohnten Klängen bewegter Metall-Bleche und originellen Kontrast-Wirkungen (Geräusche vs. Klänge sowie Vorder- und Hintergrundschichtungen).

Tomasz Skweres (Solocellist am Regensburger Theater) und Klaus-Peter Werani (Bratschist im BR-Orchester) zeigten mit Eigenkompositionen und verblüffender instrumentaler Technik ("Guillotine", 2016, bzw. "Raum in D", 2016) auf den bekannten "Saiten" ganz neue "Seiten" ihrer Instrumente.

Am Ende des Konzerte erfüllte ein von oben nach unten sich langsam entfaltender "Spektral-Klang" im Stück "Form I" von James Tenney die Kirche - der Wucht dieses Eindrucks konnte sich niemand entziehen. Das Publikum und vor allem die aktiv beteiligten SchülerInnen haben mit Sicherheit einen ganz neuen Zugang zu "Neuer Musik" erhalten - herzlichen Dank an die beteiligten "Profis" und das "Bluval"-Team.

von Bernhard Stoffels

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