Irlandaustausch 2007
Es war soweit: Wir - 34 glückliche Schüler der vier Straubinger Gymnasien und der Mädchenrealschule und zwei betreuende Lehrerinnen - durften zwei Wochen lang dem alltäglichen Schulalltag entfliehen und stattdessen einen Städteaustausch der Stadt Straubing mit deren Partnerstadt Tuam in Irland antreten, der vom Freundeskreis Tuam organisatorisch und finanziell unterstützt wurde. Nach mehreren vorbereitenden Treffen sahen wir uns gerüstet, unsere Reise ins Ungewisse anzutreten.
Am 22. 10. war es dann endlich so weit. Während einer relativ kurzen Fahrt mit dem Bus zum Flughafen in München stieg die Spannung dann ins Unermessliche. Nach einem reibungslosen Check-in saßen wir dann endlich in dem Flugzeug, das uns nach Dublin bringen sollte. Trotz einiger sehr unangenehmer Turbulenzen kamen wir wohlbehalten in Irland an und befanden uns auch bald in dem Bus, der uns in die irische Partnerstadt von Straubing, nämlich Tuam bringen sollte.
Was erwarteten wir uns von Irland? Nun, erst einmal wohl kaltes Wetter, aber die „Grüne Insel“ war um 13C Grad wärmer, als unser schönes Deutschland und empfing uns mit frischem irischem Regen. Nachdem wir auf der Busfahrt erst einmal geschichtlich von einem unserer Mitreisenden über den „Müsluismus“ dessen Aufstieg und Untergang aufgeklärt wurden, kamen wir als nervliche Wracks in Tuam an. Nach einem kleinen Kulturschock, da die Iren bekanntlich auf der anderen Straßenseite fahren, erreichten wir dennoch alle wohlbehalten unsere Gastfamilien.
Am nächsten Morgen sahen zwar die Meisten noch etwas zerknirscht aus, aber nichtsdestotrotz begaben wir uns auf eine Sight-Seeing-Tour mit unserem Fremdenführer aus dem Twinnig-Comitee, Dr. Toni Claffey. Toni erzählte uns einiges geschichtliches über Tuam und zeigte uns die Stadt und ihre kulturellen Besonderheiten, wie zum Beispiel eine der Kirchen, die wirklich sehr beeindruckend war.
Nachmittags bekamen wir Tee und Snacks in einem Hotel und uns war eigentlich eine Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Tuam versprochen worden. Leider erschien jedoch der Bürgermeister weder zu diesem Treffen, noch später zu unserer bayerischen Nacht.
Am Mittwoch und Donnerstag kamen wir dann in den Genuss irischer Schulen. Wir besuchten die beiden Mädchenschulen in Tuam, wo wir überaus freundlich empfangen wurden. Die Schülerinnen führten uns einen irischen Tanz und irische Musik vor und wir durften, in Teams eingeteilt Hockey spielen. Nach dieser sportlichen Höchstleistung bereiteten wir uns auf unsere „Bavarian Night“ vor, in welcher wir den Gästen bayrische Tänze, Musik und Präsentationen über Straubing vorführten.
Am Freitag besuchten wir Galway und das Wochenende stand uns zur freien Verfügung, um auch etwas Zeit mit unseren Gastfamilien zu haben. Natürlich wurden am Wochenende auch die irischen Pubs und das fast schon legendäre Guinness gründlich ausgetestet.
Am darauffolgenden Montag begaben wir uns auf eine Tagesfahrt zu Irlands Heiligem Berg „Croagh Patrick“, der inmitten des Küstenvorlandes 753 Meter in die Höhe ragt. Nach einem anfänglichen Schock über die Größe dieses Berges, sind wir sehr stolz, verkünden zu dürfen, dass wir mit 23 Gipfelstürmern die größte Gruppe waren, die den Gipfel erreicht hat, seit es den Schüleraustausch mit Irland gibt. Nachmittags sahen wir uns noch das schöne Städtchen West Port an, aber da wir sehr früh wieder zurück sein mussten, blieb es nur wenig Zeit für einen kurzen Besuch.
Dienstags besichtigten wir das „Turlough Country Museum“, das durch die sehr moderne
Ausstattung mit interaktiven Informationstafeln, sehr spannend und informativ war.
Abends besuchten wir dann das Musical „Pirates of Penzance“, das wirklich gut gesungen und gespielt war und den Applaus des Publikums sehr verdient hatte.
Am Mittwoch brachen wir morgens auf, um den Burren und die Cliffs of Moher zu besichtigen. Den ersten Zwischenstopp machten wir am Meer. Es war ein unglaublich schönes Erlebnis am Strand zu stehen, die Meerbrise zu spüren und das Wasser zu beobachten. Unglaublich. Ein paar von uns wagten sich sogar ein bisschen ins Wasser, das aber wirklich nicht warm war. Dann ging es weiter zu den Klippen. Sie ragten unglaublich hoch auf und die Gischt peitschte nur so gegen dir rauen Felsen. Dieses unglaublich schöne Naturereignis zu besuchen ist nur zu empfehlen.
Donnerstag war unser letzter Tag im schönen Tuam, den jeder wieder für sich selbst gestalten durfte. Manche blieben zu Hause und packten ihre Koffer und die anderen besuchten ein letztes Mal das inzwischen sehr liebgewonnene Städtchen Tuam.
Nun war er da: Freitag, der Tag unserer Abreise. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von unseren Gastfamilien, Tuam und der schönen irischen Landschaft mit ihren vielen grünen Wiesen, den Schaf- und Kuhherden, dem Regen, den Bergen und dem Meer. Auf der Busfahrt nach Dublin wurden die letzten Fotos geschossen und noch einige Handynummern ausgetauscht.
Im Flugzeug selbst erwartete uns ein wunderbarer Sonnenuntergang und ein letzter Blick von oben auf Irland.
Nach einer weiteren Busfahrt von München nach Straubing war die Freude über Deutsches Brot und das Fahren auf der Rechten Straßenseite riesig.
Gegen neun Uhr Abends war es dann endlich so weit: wir erreichten den Busbahnhof am Hagen und schlossen überglücklich unsere noch viel glücklicheren Eltern in die Arme. Wieder folgte der traurige Abschied von den Mitreisenden und neuen Freunden, aber es wurde sofort ein Termin für ein Nachtreffen ausgemacht, auf den wir uns schon alle freuen.
Abschließend kann man sagen, dass der Irlandaustausch eine super Gelegenheit ist, in einer spannenden Atmosphäre sein Englisch aufzubessern, neue Gegenden und darunter einige sehr nette Fleckchen auf dieser Erde zu entdecken und neue Freundschaften zu schließen.
Wir haben unseren Austausch sehr genossen und uns allen fiel der Anfang in der Schule wieder recht schwer, da in Irland die Zeit einfach anders läuft.
Lisa Arnold im Namen aller Teilnehmer



