Theater

Theater: Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten ...

Neue Werkbühne München machte Turnhalle wieder zum Theaterplatz

Nach zwei Jahren Pause kam wieder die Neue Werkbühne München mit einem Gastspiel für alle 10. Klassen ans Bruckner. Dieses Mal kam Nathan der Weise zu Aufführung. Das doch sperrige Paradestück der Deutschen Aufklärung von Gotthold Ephraim Lessing wurde in gewohnter Manier von den Schauspielern in Szene gesetzt, auf gut 70 Minuten gekürzt und mit Off-Kommentaren versehen, die das Geschehen im Drama mit der heutigen Zeit in Beziehung setzten und vor allem die Aktualität des Stoffs um den weisen Juden Nathan und seiner Ringparabel vor Augen führten. Auch kam die vermeintliche Romanze zwischen Recha und ihrem Retter, dem Tempelritter Curd von Stauffen, nicht zu kurz. Nach dem verdienten Schlussapplaus stellte sich „Saladin“ (Ansgar Wilk) den Fragen des Publikums, die unterschiedlicher nicht hätten sein können: So wurde zum Beispiel nach der Bedeutung des Bühnenbilds ebenso gefragt wie nach der durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne des Publikums. Ansgar Wilk beantwortete bereitwillig alle Frage und lobte das Straubinger Schülerpublikum für ihre Aufmerksamkeitspanne am Montag im Turnhallen-Theater.

Andrea Astner