Am fünften Fastensonntag erklang in der Straubinger Kirche St. Josef Gioachino Rossinis „Stabat mater” – ein rund einstündiges Werk, das zu den bedeutendsten geistlichen Kompositionen des 19. Jahrhunderts zählt. Rossini schrieb es Mitte der 1830er-Jahre und verband darin seine unverwechselbare musikalische Sprache – geprägt von dramatischer Wucht ebenso wie von inniger Zartheit – mit dem mittelalterlichen liturgischen Text über das Leiden Mariens unter dem Kreuz.
Der Oberstufenchor des ABG trat dabei gemeinsam mit dem Kammerchor Straubing auf, die Gesamtleitung lag bei Stefan Frank. Begleitet wurden die Chöre vom Niederbayerischen Kammerorchester, verstärkt durch Gastmusikerinnen und -musiker aus der Region. Als Solistinnen und Solisten wirkten Juliane Schenk (Sopran), Johanna Krödel (Mezzosopran), Gustavo Martin Sanchez (Tenor) und Niklas Mallmann (Bass) mit.
Die Aufführung lebte von der Bandbreite, die Rossinis Komposition verlangt: kraftvolle, klangmächtige Chorpassagen wechselten mit feinen a-cappella-Abschnitten, in denen die Stimmen unbegleitet den Kirchenraum von St. Josef füllten. Gerade diese Kontraste – von der chorischen Wucht bis zur leisen Empfindsamkeit – machten den besonderen Reiz des Abends aus. Die vier Gesangssolisten fügten sich mit schlanker, beweglicher Stimmführung nahtlos in Rossinis Klangbild ein.
Dass die Aufführung das Publikum unmittelbar erreichte, zeigte sich am Ende: Direkt nach dem verklingenden Schlussakkord erhoben sich die Zuhörerinnen und Zuhörer zu spontanen Standing Ovations.
Für die Sängerinnen und Sänger des Oberstufenchors war das Konzert eine besondere Erfahrung: die Mitwirkung an einem großen geistlichen Werk in einer Aufführung, die weit über den schulischen Rahmen hinausreichte und eindrucksvoll zeigte, was in der Zusammenarbeit von Schulchor, Kammerchor, Orchester und professionellen Solisten entstehen kann.