Am 9. Juli 2026 nahmen vier Lehrkräfte des ABG an der Forschungstagung „Wissenschaft trifft Unterrichtspraxis“ im Science Congress Center Munich teil. Für die Sprachen waren Schulleiterin Dr. Eva Huller und Andrea Astner, ebenfalls Mitglied der Schulleitung, dabei. Die Fachschaft Mathematik vertraten zweiter Fachschaftsleiter Sebastian Schnurrenberger, zugleich Berater digitale Bildung für Niederbayern, und Christine Altmann.
Für das ABG ist das kein Neuland. Als Ankerschule Digitale Bildung und als Schule im Schulversuch “Prüfungskultur innovativ” arbeiten wir seit Längerem mit KI-gestütztem Feedback und setzen es inzwischen in immer mehr Fächern ein. Vieles von dem, was in München vorgestellt wurde, kennen wir daher aus der eigenen Praxis. Die Tagung hat uns in dieser Richtung bestätigt.
Denn in den Schulversuchen “proof” und “KI@school” wurde aus wissenschaftlicher Sicht Gelingensbedinungen und Wirksamkeit eindeutig identifiziert.
In seiner Keynote machte Prof. Dr. Ingo Witzke (Universität Siegen) deutlich, dass der Einsatz von KI nach der ersten Einstiegshürde keine technische, sondern eine didaktische Frage ist. Sein Team stellte KI-Assistenten für den Mathematikunterricht vor, denen die Lehrkraft eine klare Rolle vorgibt: Sie stellen Rückfragen und geben Hinweise, statt die Lösung zu liefern. Eine Handreichung bündelt zwölf erprobte Beispiele, darunter einen Assistenten, der auf der Grundlage echter Abituraufgaben passende Übungsaufgaben erzeugt.
Für den Deutschunterricht stellte Dr. Carolin Donhauser-Buchmaier (LMU München) Leitideen für das Schreiben mit KI vor. Dazu gehört, das Ziel vor dem KI-Einsatz zu vereinbaren und das Vergleichen zur zentralen Arbeitsform zu machen.
Den stärksten neuen Impuls nahmen wir aus dem Vortrag von Prof. Dr. Theresa Summer (Universität Bamberg) mit. Sie zeigte, wie Gespräche mit Avataren und Chatbots im Englischunterricht die Sprechzeit erhöhen und Sprechangst abbauen können. Daraus ergibt sich für uns die Frage, wie sich individuelles mündliches Sprachfeedback rund um die mündlichen Schulaufgaben nutzen lässt.
Die Tagung sparte die Grenzen nicht aus: KI kann Leistungsunterschiede vergrößern, und die Verantwortung für Rückmeldung und Bewertung bleibt bei der Lehrkraft. Ebenso wertvoll wie Vorträge und Workshops war der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Schulen und mit den Forschenden. Das Fazit der vier fiel einhellig aus: viele Anknüpfungspunkte an die eigene Arbeit und einige Inspirationen, mit denen es in den Fachsitzungen weitergehen wird.