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Anton-Bruckner-Gymnasium

Gemeinsam durch die Pubertät: Tipps für Eltern und Jugendliche

Kinderärztin und Psychotherapeutin Dr. Sabine Kim gab beim „Winterseminar” des Anton-Bruckner-Gymnasiums wertvolle Einblicke in die Herausforderungen der Pubertät – für Jugendliche und ihre Eltern. Ihr Rat: auf die „grünen Vs” setzen, Vertrauen stärken und professionelle Hilfe rechtzeitig in Anspruch nehmen.
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Die Herausforderungen für Eltern und Jugendliche durch die Pubertät, die körperlichen und seelischen Veränderungen, sowie die Frage „Wieviel gesund ist gesund?”, beleuchtete die Kinderärztin und Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Dr. Sabine Kim am zweiten Abend des „Winterseminars” am Anton-Bruckner-Gymnasium, gemeinsam ausgerichtet von Schule und Förderverein. Die Veranstaltungsreihe beschäftigte sich in diesem Jahr mit dem Themenkreis Ernährung, Bewegung und Körperbild.

„Pubertät ist Veränderung und es steckt Abschied drin”, sagte Kim. Gehirn und Körper würden geradezu geflutet von Hormonen und dies habe vielfältige Auswirkungen auf Körper und Psyche. Sie machte den Eltern Mut, diese Phase des Umbruchs mit den Kindern gemeinsam durchzustehen und sie liebevoll zu begleiten, „sie aushalten, wenn sie sich selbst nicht aushalten können.” Das heiße gleichzeitig sie loslassen aber auch Grenzen zu setzen, „erziehen bringt auch jetzt noch was”. Im Großen und Ganzen machten die meisten Eltern einen „guten Job, ich halte nichts von dem Elternbashing”, sagte die Kinderärztin, „vertrauen Sie sich und vertrauen Sie ihren Kindern.” Sie warnte vor den „roten Vs” wie Verhöre und Vorträge und riet zu den „grünen Vs” wie Verständnis und Verzeihen.

Für die körperliche Gesundheit der Jugendlichen sei eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse wichtig, Nahrungsergänzungsmittel seien in der Regel nicht erforderlich. Das gelte auch für das gehypte Vitamin D, „damit kann man bei Überdosierung die Nieren schädigen”. Dr. Kim riet auch eindringlich von Proteinpräparaten und Foodtrends wie Smoothies oder Kokoswasser ab. Dagegen sei Bewegung – täglich mindestens eine Stunde Fahrradfahren oder zu Fuß gehen – essenziell. Darüber hinaus sei „der Sportverein besser als Gym”, denn Menschen zu treffen wirke der Entsozialisierung und Individualisierung entgegen, so der Rat der Psychotherapeutin. Dies gelte umso mehr, als noch immer die Folgen der Corona-Pandemie bei den Jugendlichen nachwirkten.

Beim heiklen Thema Smartphone-Nutzung appellierte sie an die Vorbildfunktion der Eltern. Die Kinderärzte-Empfehlung für die tägliche Bildschirmzeit bei Zwölf- bis 16-Jährigen: 60 bis 120 Minuten täglich. „Nachts muss man schlafen”, betonte Dr. Kim.

Soziale Medien hätten ebenso wie die Peer-Group, also die Gleichaltrigen, einen starken Einfluss auf das Körperbild der Jugendlichen. Dies könne sich bis zu seelischen Krankheiten wie Essstörungen steigern. Dazu gehöre etwa auch die übermäßige Beschäftigung mit Ernährung und die strenge Einteilung von Lebensmitteln in gesund und ungesund, was im Extremfall auch zur Mangelsituation und Unterernährung führen könne.

Falls Warnzeichen aufträten, etwa wenn Kinder nicht mehr in Gemeinschaft essen wollen oder falls es Hinweise auf andere seelische Erkrankungen gebe, solle man sich nicht scheuen, professionelle Hilfe zu suchen. „Bei den eigenen Kindern ist man nicht Profi”, sagte Dr. Kim.

(Eva Bernheim-Geisperger)

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