„Dandelion” kommt von „Dent de Lion” (frz.) und bedeutet so viel wie „Löwenzahn” oder „Pusteblume” – der Moment des Pustens mit den dann umherfliegenden Samen-Fallschirmen erinnert an das Anblasen bei Blasinstrumenten, auf welches farbenreiche, im Raum hörbare Töne folgen.
Diesen poetischen Namen trägt das fünfköpfige Holzbläserquintett aus München, das im Rahmen des Projekts „Neue Töne 2026″ einen von Dr. Stoffels organisierten Workshop am ABG gestaltete. Zunächst stellten die fünf jungen Virtuosen anhand verschiedener Werkbeispiele – etwa der „Aubade” von Erik Satie – die wunderbare Klangkombination von Flöte, Klarinette, Oboe, Horn und Fagott vor.
Anschließend erarbeiteten 20 Schülerinnen und Schüler aus der 11. und 12. Jahrgangsstufe an ihren eigenen Instrumenten kurze Improvisationen und Klangbilder im Stil der Neuen Musik. Workshop-Leiter Markus Schmitt von der Universität Augsburg gab Anregungen mithilfe von Notenausschnitten aus „Music for Fleeting Birds” des lettischen Komponisten Peteris Vasks. Für viele Schülerinnen und Schüler war die ungewohnte Freiheit in der Tonerzeugung eine neue und bereichernde Erfahrung. Das klangliche Ergebnis war erstaunlich – man meinte sich mitten in einem Vogelschwarm mit unterschiedlichen Tierlauten zu befinden.
Ein Teil der Workshop-Teilnehmer besuchte am Freitagabend gemeinsam mit den Kursleitern Dr. Stoffels und Herrn Frank das von den Konzertfreunden Straubing organisierte Konzert des Dandelion-Quintetts im Rittersaal. Das Programm bestand fast ausschließlich aus Werken des 20. und 21. Jahrhunderts und vereinte meisterhaft gespielte Kompositionen – darunter das Quintett des finnischen Komponisten Kalevi Aho – mit szenischen Elementen und ungewohnten Klangeffekten wie geräuschhaften „Spaltklängen”.
So kann Begabtenförderung am Anton-Bruckner-Gymnasium auch aussehen: als spannende Reise ins Reich der Neuen Musik.