Am 24. Juli 2026 besuchte ich gemeinsam mit Sarah Lenk (11c) und Eva Simova (11b) das Event „Girls for Science 2026″, veranstaltet vom Munich Center for Quantum Science and Technology (MCQST). Das MCQST bündelt sieben Forschungseinheiten aus Physik, Mathematik, Informatik, Elektrotechnik, Materialwissenschaften und Chemie und deckt damit das gesamte Spektrum der Quantenwissenschaft ab. Ziel der Einrichtung ist es, ein weltweit führendes Quantenforschungszentrum aufzubauen – und zugleich Nachhaltigkeit in Wissenschaft und Technologie zu fördern. „Girls for Science” gehört zu dieser Vision: Das Programm bringt interessierte Schülerinnen zusammen und wirbt gezielt für eine wissenschaftliche Karriere.
Drei Wege in die Quantenphysik
Nach der Ankunft auf dem Campus begrüßte Tatjana Wilk die Teilnehmerinnen. Es folgten Vorträge von drei Wissenschaftlerinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – gemeinsam ist ihnen nur die Quantentechnologie als Grundlage. Genau diese Vielfalt machte den Reiz aus: Die Forscherinnen erzählten offen von ihren Lebenswegen, auch von Rückschlägen.
Sabrina Patsch etwa hat sich nach ihrer Promotion als Wissenschaftsjournalistin auf Quantenphysik spezialisiert und so ihren persönlichen Konflikt zwischen Publizistik und Forschung aufgelöst. Isabella Fritsche arbeitet dagegen an der Entwicklung von Quantencomputern. Ihr Werdegang verlief alles andere als geradlinig – ausgelöst wurde er durch die plötzliche Begeisterung für das Buch „Die Relativitätstheorie”. Besonders eindrücklich schilderte sie ihre negativen Erfahrungen als Frau in der Wissenschaft.
Paneldiskussion: Karriere, Familie, Alternativen
Anschließend erlebten wir eine Paneldiskussion mit fünf weiteren Wissenschaftlerinnen und konnten selbst Fragen stellen. Wie unterschiedlich die Antworten ausfielen, zeigte erneut, wie individuell Karrieren in der Physik verlaufen – und wie groß die Bandbreite an Möglichkeiten ist. Am meisten beschäftigt hat mich die Frage, wie sich Karriere und Familiengründung vereinbaren lassen: Jede der Wissenschaftlerinnen hatte dafür ihren eigenen Weg gefunden.
Mentorinnen und Schülerlabor
Nach der Mittagspause stellte Silke Stähler-Schöpf das Schülerlabor PhotonLab vor. Danach kamen wir mit weiteren Mentorinnen ins Gespräch und konnten in Kleingruppen unsere letzten offenen Fragen klären.
Blick ins Attosekundenlabor
Den Abschluss bildete eine von vier frei wählbaren Führungen. Wir entschieden uns für das Labor „attoworld” am Max-Planck-Institut für Quantenoptik. Der Rundgang gab uns einen seltenen Einblick in die Attosekundenphysik: Sie untersucht, misst und steuert die Bewegung von Elektronen in Atomen und Molekülen – mit extrem kurzen, laserbasierten Lichtpulsen und zahlreichen Linsen zur Visualisierung.
Mit einer gemeinsamen Verabschiedung endete ein Tag, der uns gezeigt hat, wie viele Wege in die Quantenforschung führen.
Luisa Pömmerl (11b)