Zu Beginn stellte Josef Eiglsperger die Technische Universität München (TUM) vor und machte besonders den Campus Straubing spannend, der sich auf drei Schwerpunkte konzentriert: Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe und Digitalisierung. Eine beeindruckende Statistik: Aus der TUM sind bereits 22 sogenannte „Unicorns” hervorgegangen – Start-ups, die eine Milliardenbewertung überschritten haben. Hinzu kommen jährlich etwa 110 Ausgründungen – ein beeindruckendes Zeichen für die Innovationskraft dieser Hochschule.
Plantgrid: Die Intelligenz der Produktion
Das Projekt „Plantgrid” zeigt, wie KI reale wirtschaftliche Probleme löst: Unternehmen in der Pflanzenwirtschaft stehen vor einem Dilemma – zu viel produzieren bedeutet hohe CO₂-Emissionen und Abfall, zu wenig führt zu Umsatzverlusten. Das Ziel: Mithilfe von Software die optimale Produktionsmenge vorherzusagen. Die größte Herausforderung liegt in extremen saisonalen Schwankungen und heterogenen Datensätzen. Das Projekt wird durch Bundesmittel finanziert.
LiveSenMap: Bioinformatik für nachhaltige Landwirtschaft
Ein zweites faszinierendes Projekt ist „LiveSenMap”, das sich dem effizienten Einsatz von Düngemitteln widmet und zeigt, wie bioinformatische Methoden die Landwirtschaft revolutionieren. Das Problem: Zu wenig Dünger reduziert den Ertrag, zu viel belastet die Umwelt mit Nitrat und Stickstoff. Die Lösung: Ein innovatives Gerät ähnlich einem Blutzuckermessgerät, das den Nitratgehalt in Pflanzen misst. Ein Computersystem nutzt dabei Satellitenbilder, um die optimalen Messpunkte im Feld zu bestimmen. Aktuelle Forschungsfragen zielen darauf ab, die Messdauer zu verkürzen und das System noch praktischer zu gestalten.
Explainable AI: Künstliche Intelligenz verständlich machen
Ein drittes Themenfeld war „Explainable AI” – erklärbare künstliche Intelligenz. Es geht um die zentrale Frage: Warum trifft ein KI-System bestimmte Entscheidungen? Ein praktisches Beispiel ist die Vorhersage von Kaufentscheidungen bei Produkten wie Joghurt. Ziel ist es, KI-Systeme transparenter und nachvollziehbarer zu machen – ein wichtiger Schritt für Vertrauen und Akzeptanz.
Wertvoller Blick hinter die Kulissen
Der Vortrag von Josef Eiglsperger eröffnete den Schülerinnen und Schülern einen faszinierenden Einblick in interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Bioinformatik, Künstlicher Intelligenz, Mathematik, Betriebswirtschaftslehre und nachhaltigen Technologien. Für viele war es eine wichtige Gelegenheit, wissenschaftliches Arbeiten aus erster Hand kennenzulernen und neue Impulse für die eigene Studien- und Berufsorientierung zu gewinnen.
Makeblock mBot Programmierbar Roboter
Dass Gäste noch ein Geschenk mitbringen – neben ihrem Vortrag – ist etwas ganz Besonderes. Herr Eiglsperger gewann beim Wettbewerb von I am a scientist einen Geldpreis für seine hervorragende Fähigkeit, KI-Inhalte Schülern zu vermitteln (was wir auf jeden Fall bestätigen können). Dieser Geldpreis muss wiederum Schülern zugute kommen – und so freut sich die (Wirtschafts)Informatik nun für die Jüngeren über einen Mbot2-Roboter!
Wir bedanken uns für den spannenden Vortrag und dieses Geschenk!