Bereits im Unterricht hatten sich die Jugendlichen mit der systematischen Verfolgung von Juden und anderen Opfergruppen durch die Nationalsozialisten auseinandergesetzt. Doch viele Fragen blieben offen – Fragen, die erst durch den Ortstermin und die sachkundige Führung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dachauer Forums beantwortet werden konnten.
Gleich zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Geschichte des Lagers und diskutierten die Frage, warum insbesondere junge Männer der Waffen-SS beitraten. Ein wichtiger Ansatz, um die Mechanismen der damaligen Zeit besser zu verstehen.
Die Ausstellung und das Lagersystem
In der Ausstellung im Wirtschaftsgebäude hatten die Schüler Zeit, sich intensiv mit dem weitverzweigten Lagersystem und einzelnen Häftlingsschicksalen auseinanderzusetzen. Zahlreiche Fragen kamen auf, die die Betreuerinnen und Betreuer sowie die begleitenden Lehrkräfte geduldig beantworteten.
Alltag hinter Gittern
Die Besichtigung der Baracken bot einen schockierenden Einblick in die unmenschlichen Lebensbedingungen: keine Privatsphäre, mangelnde Hygiene, unzureichende Versorgung mit Nahrung und lebenswichtigen Gütern. Ein verstörendes Detail: Das KZ Dachau diente als „Vorzeigelager” – die mit Bäumen bepflanzte Lagerstraße sollte gute Lebensverhältnisse vorgaukeln. Die Wachanlagen mit ihren Türmen, dem elektrisch geladenen Drahtzaun und dem Graben unterstrichen das Gefühl der totalen Ausgeliefertheit und Hilflosigkeit.
Das Krematorium – der schockierendste Moment
Den verstörendsten Eindruck hinterließ die „Baracke X”, das Krematorium des Lagers. Zwar wurden dort überwiegend Leichen von Häftlingen verbrannt, die an Entkräftung oder Krankheiten gestorben waren – doch es gab bereits bauliche Vorkehrungen für eine massenhafte Vergasung der Insassen. Ein Ort, der die systematische Vernichtung vor Augen führte.
Das kalte, windige Februarwetter uner die bedrückende Stimmung eindrucksvoll. Trotz warmer Kleidung mochte sich kaum jemand vorstellen, wie es für die Häftlinge gewesen sein musste, unter diesen Bedingungen mit unzureichender Kleidung den ganzen Tag im Freien arbeiten zu müssen.