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Anton-Bruckner-Gymnasium

Licht. Schatten. Leben. Kunst, die unter die Haut geht:

4 Schülerinnen und Schüler unserer elften Jahrgangsstufe haben aus „Hasendraht”, Gips und Fundstücken Skulpturen zum Thema Trauer geschaffen. Gemeinsam mit dem Franziskus Hospiz-Verein Straubing-Bogen e. V. waren die Werke vom 27. Juni bis 4. Juli 2026 im Schiffsmeistersaal des Salzstadels zu sehen.
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„Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.” Was Goethe in diesem Satz fasst, trägt das ganze Projekt: Unter dem Motto Licht. Schatten. Leben. haben sich Jugendliche einem Thema gestellt, das im Schulalltag selten Raum bekommt – Verlust und Trauer.

Wie das Projekt entstand

Die Idee kam vom Franziskus Hospiz-Verein. Über Hospizbegleiterin Denise Irmer, die unsere Kunstlehrerin Cornelia Kuglmeier kennt, entstand der Kontakt – und damit der Anstoß, Trauer bewusst in die Schule zu holen. Weil das Thema gut in den Lehrplan der elften Jahrgangsstufe passt, stieß die Anregung sofort auf offene Ohren.

Beteiligt waren 24 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11, künstlerisch angeleitet von Cornelia Kuglmeier und im Ethikunterricht von Lisa Ebenbeck begleitet. Zum Auftakt kam Denise Irmer mit einer Kollegin zu einer „Kick-off-Stunde” in die Klasse. Schnell wurde deutlich: Auch mit 16 oder 17 Jahren hat man Verlust bereits erlebt.

Inhaltliche Grundlage war das Vier-Phasen-Modell der Trauer nach der Psychologin Verena Kast. Es versteht Trauer nicht als Zustand, sondern als wellenförmigen Weg – vom Nicht-wahrhaben-Wollen über aufbrechende Emotionen und das Suchen und Sich-Trennen bis zu einem neuen Selbst- und Weltbezug. Als Inspiration diente ein Blick auf berühmte Werke, etwa Auguste Rodins „Die Bürger von Calais” und Arbeiten von Edvard Munch.

Hasendraht, Gips und Fundstücke

Ab März wurde aus Theorie Form. In Gruppen von drei bis fünf Personen entstand je eine Skulptur, die sinnbildlich für eine Trauerphase steht. Grundmaterial war Sechseckgeflecht – schlichter „Hasendraht”: widerspenstig, aber wandlungsfähig und stabil. Dazu kamen Gipsbinden und Pappmaché, Federn und Filmstreifen sowie symbolträchtige Fundstücke, die der Zweckverband Abfallwirtschaft vom Wertstoffhof beisteuerte – vom Schlüssel über ein Zifferblatt bis zum Lampenfuß. Selbst Makulaturpapier aus der Tagblatt-Druckerei fand seinen Platz.

Ein Motiv kehrte in fast allen Arbeiten wieder: das Herz – aus Glas, aus dem 3-D-Drucker, als gebrochenes und am Ende als geheiltes Herz.

Vernissage im Salzstadel

Eröffnet wurde die Ausstellung am Freitag, 26. Juni, mit Geigenmusik von Magdalena Alt und Judith Hiendl und bewusst kurzen Redebeiträgen. Vereinsvorsitzender Kurt Leipold begrüßte zahlreiche Gäste, darunter Schulleiterin Dr. Eva Huller, ZAW-Geschäftsführer Gangolf Wasmeier und Kultur-Verwaltungsrat Andreas Fuchs. Dr. Huller würdigte das Projekt als inspirierend und lebensnah.

Stellvertretend für die Klasse sprachen Magdalena Alt und Sophia Preis. Sie bedauerten, dass Trauer im Alltag oft verdrängt wird, und dankten Cornelia Kuglmeier und Lisa Ebenbeck. Die Kunstlehrerin gab die Wertschätzung zurück: „Ihr könnt stolz auf euch sein.”

Im Schiffsmeistersaal entfalteten die Skulpturen im gezielten Spiel von Licht, Schatten und Spiegelung – teils unter Schwarzlicht – ihre volle Wirkung. Am Ende des Rundgangs wurde spürbar, wie sich die Schwere löst. Dazu trug Projektleiterin Denise Irmer das Gedicht „Die Herberge” des persischen Dichters Rumi vor, das Trauer als unerwarteten Gast beschreibt, den man bewirten und dem man Zeit geben soll.

An ihren Werken postiert, standen unsere Schülerinnen und Schüler den Gästen Rede und Antwort. Es entwickelte sich ein reger Austausch mit durchweg positiver Resonanz; gerade ältere Besucherinnen und Besucher zeigten sich beeindruckt, wie sensibel und kreativ die Jugendlichen das Thema umgesetzt hatten. Zum Abschluss gab es – der Hitze angemessen – Eisgutscheine und frische Pinsa vom Foodtruck vor dem Salzstadel.

Wir danken dem Franziskus Hospiz-Verein Straubing-Bogen e. V. für die Zusammenarbeit und allen Beteiligten, die dieses besondere Projekt möglich gemacht haben.

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