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Anton-Bruckner-Gymnasium

Studienfahrt zur politischen Bildung nach Berlin 2026

Die 10. Klassen waren in der letzten Schulwochen auf den Spuren von Demokratie, Diktatur und deutscher Geschichte in der Hauptstadt.
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Demokratie im Betrieb: der Deutsche Bundestag

Zentraler Programmpunkt war der Besuch des Deutschen Bundestages. Nach einer Einführung durch den Besucherdienst und dem Aufstieg in die gläserne Reichstagskuppel – von der aus sich das Regierungsviertel und die Stadt überblicken lassen – nahm sich unser Bundestagsabgeordneter Alois Rainer (CSU) Zeit für ein Gespräch mit der Gruppe. Rainer, seit 2013 direkt gewählter Abgeordneter unseres Wahlkreises, ist zugleich Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz. Er berichtete aus dem parlamentarischen Alltag und aus seiner Arbeit als Minister, erklärte den Weg von der Idee zum Gesetz und stellte sich anschließend den Fragen der Jugendlichen. Dass Politik nicht nur im Fernsehen, sondern von ansprechbaren Menschen gemacht wird – und dass man dem eigenen Wahlkreisabgeordneten dabei direkt gegenübersitzen kann, der zugleich ein Bundesministerium leitet –, war für viele der eindrücklichste Moment der Fahrt.

Die Architektur der Kuppel – Besucherinnen und Besucher gehen über dem Plenarsaal, nicht darunter – machte dabei ein Grundprinzip sichtbar: Über den Abgeordneten steht das Volk. Genau diesen Gedanken griff eine Station der parlamentarischen Ausstellung im Deutschen Dom auf, wo der Satz „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus” (Artikel 20, Absatz 2 des Grundgesetzes) begehbar inszeniert ist.

Woher die Demokratie kommt

Dass die heutige parlamentarische Ordnung das Ergebnis eines langen, oft gescheiterten Ringens ist, wurde an der historischen Ausstellung deutlich. Anhand des Modells der Frankfurter Paulskirche und der Darstellung der Einheits- und Freiheitsbewegung von 1815 bis 1848 verfolgten die Schülerinnen und Schüler die Vorgeschichte der deutschen Demokratie – die erste frei gewählte Nationalversammlung, ihre Forderungen und ihr vorläufiges Scheitern. Der Bogen von 1848 über das Grundgesetz bis in die Gegenwart wurde so nachvollziehbar.

Diktatur und ihre Opfer

Den Gegenpol zur Demokratie bildete die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur. In der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, dem früheren zentralen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit, führte ein Zeitzeuge durch Zellentrakte und Verhörräume und schilderte, was politische Haft in der DDR konkret bedeutete. Die beklemmende Enge der Räume und die Schilderungen aus erster Hand ließen die Gruppe merklich stiller werden.

An der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße wurde die Teilung der Stadt greifbar: erhaltene Mauersegmente, der ehemalige Grenzstreifen und das „Fenster des Gedenkens” mit den Porträts der Menschen, die an der Berliner Mauer ums Leben kamen. Einen zeitgeschichtlichen Kontrapunkt setzte die East Side Gallery, wo die bemalten Reste der Mauer – darunter das bekannte „Bruderkuss”-Motiv – zeigen, wie aus einem Bauwerk der Teilung ein Ort der Kunst und Erinnerung wurde.

Stadt erleben und Gemeinschaft stärken

Neben den ernsten Themen blieb Raum für die Stadt selbst und für das Miteinander der Jahrgangsstufe. Der Besuch des Olympiastadions bot einen Blick auf Architektur und Sportgeschichte, die Fahrt entlang der Straße des 17. Juni Richtung Siegessäule zeigte das repräsentative Berlin, und der Französische Dom am Gendarmenmarkt rundete das Bild der Hauptstadt ab.

Zum Höhepunkt in Sachen Gemeinschaft wurde eine Schifffahrt auf der Spree bei Sonnenuntergang. Vorbei am Hauptbahnhof und mit dem Fernsehturm am Horizont ließ die Stufe die Eindrücke der Woche gemeinsam ausklingen – ausgelassen, gut gelaunt und sichtlich als Gemeinschaft. Auch die abendlich illuminierten Bauten des Regierungsviertels an der Spree gehörten zu den Bildern, die von dieser Fahrt bleiben.

Fazit

Die Studienfahrt hat ihr Ziel erreicht: Demokratie, ihre Geschichte und ihre Gefährdung wurden nicht als Unterrichtsstoff, sondern als erfahrbare Wirklichkeit vermittelt. Die Verbindung aus institutioneller Bildung (Bundestag, Ausstellungen), Erinnerungskultur (Hohenschönhausen, Bernauer Straße, East Side Gallery) und gemeinsamem Erleben machte die Woche zu einem prägenden Abschluss der politischen Bildung in der Mittelstufe. Unser Dank gilt allen, die die Fahrt ermöglicht und begleitet haben

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