Der Tag war als Dauerregen angekündigt – tatsächlich erwischte uns kein einziger Guss. Die 8. Klassen blieben trocken und folgten den Römern durch ihre Stadt.
Thema war der „nasse Limes”: Anders als in Mittelfranken verlief die Reichsgrenze hier nicht als Mauer durch die Landschaft, sondern folgte der Donau. Bewacht wurde sie durch Kastelle und Patrouillenboote; seit 2021 gehört der Donaulimes zum UNESCO-Welterbe.
In Kumpfmühl war um 80 n. Chr. das erste Kastell entstanden – eine Hilfstruppen-Einheit von knapp 500 Mann. In den Markomannenkriegen wurde es um 170/175 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Stattdessen legten die Römer direkt an der Donau ein rund elfmal so großes Legionslager an: Castra Regina, Standort der 3. Italischen Legion mit etwa 6.000 Soldaten, 179 n. Chr. unter Kaiser Marc Aurel vollendet. Die Porta Praetoria erinnert bis heute daran.
Im Historischen Museum wurde aus Mauerwerk Schrift: Die Gründungsinschrift datiert die Entstehung der Stadt auf das Jahr genau, die Grabinschriften nennen Namen, Dienstgrade und Herkunftsorte – aus der Legion wurden Menschen.
Die römischen Mauern überdauerten das Imperium. Im Frühmittelalter machten die bayerischen Herzöge das befestigte Areal zu ihrem Herrschaftszentrum, 739 kam der Bischofssitz hinzu. Damit war das Fundament gelegt für Regensburgs Aufstieg zur führenden Handelsstadt des Mittelalters.
Ein ergiebiger – und erstaunlich trockener – Tag.