Im Juni unternahmen die Lateinschülerinnen und -schüler der 9. Jahrgangsstufe gemeinsam mit Frau Alianza-Füracker, Frau Rager und Herrn Fortner eine eindrucksvolle Exkursion nach Mariaort bei Regensburg. Dort bot sich ihnen die seltene Gelegenheit, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern unmittelbar zu erleben: Auf sie wartete eine originalgetreue Rekonstruktion einer römischen Navis Lusoria, eines militärischen Flussschiffes, wie es einst zur Sicherung der Grenzen entlang von Donau und Naab eingesetzt wurde.
Bereits beim Betreten des Schiffes wurde deutlich, dass an diesem Tag antike Geschichte lebendig werden sollte. Beim Rudern auf den schmalen Ruderbänken konnten die Jugendlichen nachempfinden, welche körperlichen Anforderungen und welche Präzision eine Fahrt auf einem römischen Patrouillenschiff erforderte. Nach dem Kommando „Aufriemen!“ zeigte sich rasch, dass Taktgefühl nicht nur im Musikunterricht von Bedeutung ist: Um das Schiff in Fahrt zu bringen, mussten alle Ruderinnen und Ruderer ihre Bewegungen exakt aufeinander abstimmen – eine Aufgabe, die den Schülerinnen und Schülern unseres musischen Gymnasiums natürlich leichtfiel.
Begleitet wurden die Jugendlichen von Studierenden des Lehrstuhls für Alte Geschichte der Universität Regensburg, die fundierte Einblicke in die Organisation der römischen Flotte sowie in die militärische Bedeutung der Grenzregion vermittelten. Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Erfahrung entstand ein besonders anschaulicher Zugang zur Antike. Kraft, Ausdauer und Teamgeist waren dabei ebenso gefragt wie ein gemeinsamer Rhythmus, denn nur durch koordinierte Ruderschläge ließ sich das Schiff zügig über das Wasser bewegen.
Für zusätzlichen Ehrgeiz sorgte ein abschließender Wettkampf auf dem Wasser, bei dem die erreichte Zeit der Gruppe erfasst und mit den Ergebnissen anderer Schulklassen verglichen wurde. Dabei überzeugten die Schülerinnen und Schüler des ABG durch bemerkenswerte Synchronität und großen Einsatzwillen – Eigenschaften, die an Bord ebenso wertvoll sind wie auf der Konzertbühne.
Während ein Teil der Gruppe auf dem Wasser unterwegs war, erwartete die übrigen Schülerinnen und Schüler am Ufer eine ebenso lebendige Begegnung mit der römischen Geschichte. Eine als Legionärin gekleidete Studentin präsentierte anschaulich die Ausrüstung römischer Soldaten und erläuterte deren Einsatz im Alltag und auf Feldzügen. Schilde, Schwerter, Lanzen sowie verschiedene Rüstungsteile konnten aus nächster Nähe betrachtet und teilweise sogar selbst angelegt werden.
Die gelungene Verbindung aus praktischer Erfahrung und lebendiger Wissensvermittlung machte die Welt der Römer für die Jugendlichen auf eindrucksvolle Weise greifbar. Die Exkursion stellte somit eine wertvolle Ergänzung des Lateinunterrichts dar und wird den Teilnehmenden sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.
Ein herzlicher Dank gilt dem Förderverein des Anton-Bruckner-Gymnasiums, der diese bereichernde Exkursion großzügig unterstützt hat.