Begonnen hat es nicht mit einem Konzept, sondern mit Besuchen. Ab November 2025 trafen sich beide Gruppen abwechselnd an ihren Schulen, spielten und sangen miteinander. Ein selbst entwickelter Fragebogen mit Bildern statt langer Texte half beim Kennenlernen – alle zehn Jugendlichen der MS8 haben ihn bearbeitet. Was dabei herauskam, prägte das spätere Stück: viel Bewegung, viel Spiel, viel Gesang.
Zwischen Februar und Mai verbrachte außerdem jede Seminarteilnehmerin und jeder Seminarteilnehmer einen kompletten Schultag in der MS8. Das hatte Folgen für die Probenwoche im Juli: Weil sie nun einschätzen konnten, wie viel Arbeit und wie viel Pause an einem Tag möglich sind, planten die Schülerinnen und Schüler den Ablauf der Woche selbst – nach Einschätzung der Seminarleitung treffsicherer, als sie es getan hätte.
Auf der Bühne ging es um Zootiere, die sich in Bewegungsspielen die Schlüssel zu ihren Gehegen erspielen und in die Freiheit aufbrechen. Der Weg dorthin war ein begehbares Brettspiel, dessen Felder alle Beteiligten selbst gestaltet hatten – zur Frage „Wie sieht deine Freiheit aus?”. Wer welches Tier spielt und in welcher Reihenfolge die Szenen laufen, handelten beide Gruppen gemeinsam aus.
Gespielt wurde vor den Mittelstufenklassen des Förderzentrums, den Eltern beider Klassen und den Schulleitungen beider Schulen. Das Publikum würfelte mit und half den Tieren über das Spielfeld; zum Schluss sangen alle ein selbst geschriebenes Lied. Danach folgte ein gemeinsames Sommerfest.
Klassenleiterin Specht-Bertold berichtete, dass Jugendliche ihrer Klasse Dinge getan haben, die zuvor kaum vorstellbar schienen: auf einer Bühne stehen, eine Sprechrolle übernehmen, eine ganze Woche in der Gruppe mitarbeiten. Über die Zusammenarbeit sagte sie: „Manches hätte ich anders gemacht, aber ich habe die Schüler machen lassen – und es ist toll geworden.”
Einen Namen hatte sich die Gruppe da längst gegeben, für alle Beteiligten beider Schulen denselben: die „Bühnenhelden”.
Das Projekt steht in der langjährigen Reihe von gemeinsamen Kulturprojekten zwischen dem Bildungszentrum St. Wolfgang und dem ABG – ein wichtiger Baustein für unser Schulprofil Inklusion.