Zwei Tage intensiver beruflicher Weiterbildung, fachlicher Vertiefung und kollegialen Austauschs: Die Lehrkräfte Christine Altmann und Johannes Wintermeier vom Anton-Bruckner-Gymnasium folgten Anfang Februar einer Einladung der Deutschen Bundesbank zu einer Fortbildungsreise nach Frankfurt am Main. Im Mittelpunkt der Reise stand klar der Fortbildungscharakter – mit dem Ziel, ökonomische Fachinhalte zu vertiefen und neue Impulse für den Unterricht zu gewinnen.
Außerdem: Das Anton-Bruckner-Gymnasium plant im kommenden Schuljahr eine Studienfahrt, bei der unter anderem wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen im Fokus stehen sollen. Die Kollegen Christine Altmann und Johannes Wintermeier nutzten die Gelegenheit, mögliche Programmpunkte bereits aus der Perspektive begleitender Lehrkräfte zu erproben.
Zunächst bot sich vom Main Tower aus in 65 Stockwerken Höhe ein eindrucksvoller Blick über die Frankfurter Skyline, die Altstadt und kulturelle Wahrzeichen wie die Oper. Im Anschluss folgte ein Rundgang durch die Innenstadt mit Stationen am Römer, dem Rathaus und der Hauptwache.
Am Abend stand beim gemeinsamen Essen mit rund 25 Lehrkräften aus 14 Bundesländern der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem die Stellung des Fachs Wirtschaft als eigenständiges Unterrichtsfach, unterschiedliche Lehrpläne sowie die Ausstattung der Schulen. Im Gespräch mit Mitarbeitenden der Bundesbank ging es zudem um deren berufliche Werdegänge, Arbeitsfelder und aktuelle Entwicklungen innerhalb der Institution. Es war ein spannender Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen zu ökonomischen und didaktischen Themen.
Der zweite Tag vertiefte umfassend schulrelevante wirtschaftliche Themenfelder. Nach dem gemeinsamen Transport zum Geldmuseum führte Museumsleiter Dr. Ulrich Rosseaux durch die Ausstellung. Die Teilnehmenden erhielten fundierte Einblicke in die Geschichte des Geldes, die Messung von Inflation und den Umgang mit Falschgeld. Ergänzt wurde die Führung durch spannende Fakten, anschauliche Anekdoten sowie interaktive Mitmachstationen, die sich auch für den schulischen Einsatz eignen.
Anschließend ging es zur Hauptstelle der Bundesbank. Dort begrüßte Frau Dr. Nicole Binder die Gruppe und gab in einem Fachvortrag einen Überblick über Mandat und Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank sowie den geldpolitischen Transmissionsmechanismus. Während diese Inhalte für Wirtschaftslehrkräfte weitgehend bekannte Bestandteile des bayerischen Lehrplans darstellen, wurde es besonders gewinnbringend, als Frau Dr. Binder ihr eigenes Arbeitsgebiet vorstellte: die Messung der Effekte geldpolitischer Instrumente. Dabei wurde deutlich, wie komplex es ist, Wirkungen eindeutig nachzuweisen und zeitlich einzuordnen.
Ein besonderer Höhepunkt der Fortbildung war das Gespräch mit Lutz Lienenkämper, seit September 2024 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank und zuvor Minister in Nordrhein-Westfalen. In einem rund eineinhalbstündigen Austausch beantwortete er die Fragen der Lehrkräfte. Thematisiert wurden unter anderem Chancen und Risiken der Geldpolitik der EZB, der digitale Euro, Krypto-Assets sowie Inflationserwartungen vor dem Hintergrund geopolitischer Entwicklungen.
Den Abschluss bildete ein Treffen mit Dr. Andreas Kuhn, dem Leiter der ökonomischen Bildung bei der Bundesbank. Nach der Vorstellung der bestehenden Bildungsangebote fragte er gezielt die Bedürfnisse der Lehrkräfte ab. Genannt wurden unter anderem der Wunsch nach mehr digitalen Ergänzungen zu analogen Materialien, interaktiven Unterrichtselementen und vertieften Einblicken in die praktische Arbeit der Bundesbank.
Bilder: Bundesbank, Tim Wegner