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Anton-Bruckner-Gymnasium

Zum Schuljahresende in die Mediengeschichte: Netzgänger besuchen die Attenkofer Akademie

Wer jüngeren Schülerinnen und Schülern Medienkompetenz vermittelt, muss selbst dazulernen: Zum Abschluss des Schuljahres besuchte das Netzgänger-Team des ABG die Attenkofer Akademie in Straubing – und diskutierte mit Medienprofis darüber, was Influencer von Redakteurinnen und Redakteuren unterscheidet.
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Das Netzgänger-Projekt lebt vom Peer-to-Peer-Prinzip: Nicht Lehrkräfte, sondern ältere Schülerinnen und Schüler vermitteln jüngeren Jahrgangsstufen den Umgang mit digitalen Medien – die Erfahrung zeigt, dass Hinweise von Erwachsenen auf Jugendliche schnell belehrend wirken. Die ausgebildeten Peers führen an ihrer Schule vier Module – Cybermobbing, Virtuelle Spielewelten, Soziale Netzwerke und Smart im Netz – mit den fünften und sechsten Klassen durch. Damit tragen die Netzgänger am ABG eine Verantwortung, die weit über den eigenen Jahrgang hinausreicht. 

Zum Abschluss des Schuljahres stand deshalb nicht nur der Rückblick auf dem Programm, sondern auch die eigene Weiterbildung. Das jahrgangsstufenübergreifende Team nutzte den Tag zunächst für den internen Austausch: Was ist gut gelaufen, was lässt sich verbessern, und wie geht es im kommenden Schuljahr weiter? Gerade weil die Netzgänger aus mehreren Jahrgangsstufen kommen, ist diese gemeinsame Zeit wertvoll – sie festigt ein Team, das sich im Schulalltag sonst selten geschlossen begegnet.

Der zweite Teil des Tages führte in die Attenkofer Akademie. Die im Oktober 2025 eröffnete Einrichtung der Mediengruppe Attenkofer will Medienkompetenz, kritisches Denken und das Verständnis für journalistische Arbeit in einer demokratischen Gesellschaft fördern und stellt die Geschichte von Presse und Medienlandschaft in einer Multivisionsschau an acht Stationen dar. Genau dieser historische Zugang erwies sich als tragfähige Grundlage: Wer nachvollzieht, unter welchen politischen Bedingungen Zeitungen in den vergangenen anderthalb Jahrhunderten gearbeitet haben – und wann sie es nicht mehr durften –, versteht besser, warum Pressefreiheit auch heute keine Selbstverständlichkeit ist.

Im Gespräch mit Medienprofis ging es anschließend um eine Frage, die für die Netzgänger unmittelbar praktisch ist: Worin unterscheiden sich Influencerinnen und Influencer von Redakteurinnen und Redakteuren – und wo liegen die Gemeinsamkeiten? Beide veröffentlichen, beide erreichen Publikum, beide beeinflussen Meinungen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Bindung an professionelle Standards. Der Pressekodex des Deutschen Presserats verpflichtet Journalistinnen und Journalisten unter anderem zur Sorgfaltspflicht, zur Trennung von Nachricht und Meinung sowie zur Kennzeichnung von Werbung – Regeln, für die es im Influencer-Bereich kein vergleichbares verbindliches Pendant gibt.

In der kurzen Nachbesprechung zeigte sich, was hängen geblieben war: der Pressekodex – und die konkreten Recherchetipps der Profis. Beides ist für die Arbeit der Netzgänger kein Beiwerk, sondern Handwerkszeug. Denn wer Fünft- und Sechstklässlern erklären will, welchen Quellen sie trauen können, sollte selbst wissen, woran sich seriöse Information erkennen lässt.

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